Solidarität mit allen betroffenen Antifaschist:innen
Als Bündnis „Linz gegen Rechts“ schließen wir uns der Kritik am Polizeieinsatz bei der Gedenkstätte und im Museum Peršman an.
Das antifaschistische Bildungscamp, organisiert vom Klub slowenischer Studierender in Wien (KSŠŠD), fand – wie bereits im vergangenen Jahr – am Peršmanhof statt. Es setzte sich heuer unter anderem mit dem antifaschistischen Widerstand im Nationalsozialismus in Kärnten und in Barkovlje auseinander.
Dieses Camp mit rund 60 Teilnehmer:innen wurde gestern von über 30 Vertreter:innen des Landesamts für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung, der BH Völkermarkt, des BFA (Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl) sowie von drei Polizeistreifen des BPK Völkermarkt durchsucht. Es kamen Drohnen, eine Hundestaffel und ein Hubschrauber zum Einsatz. Begründet wurde dies mit dem Verdacht auf Verwaltungsübertretungen in den Bereichen Campinggesetz und Naturschutz sowie mit dem Vorwurf des sittenwidrigen Umgangs mit der Gedenkstätte.
Es ist empörend, dass ein derart überzogener Polizeieinsatz ohne Genehmigung an einem Ort stattfindet, der der Ermordung von elf Angehörigen der Familien Sadovnik und Kogoj durch die SS gedenkt. Und es ist noch empörender, dass dieser Einsatz auch mit dem Vorwurf des sittenwidrigen Umgangs mit der Gedenkstätte gerechtfertigt wird.
Es ist bedenklich und gefährlich, wenn antifaschistische (Gedenk-)Arbeit mit solchen Argumenten derart rigoros angegriffen wird.
Wir solidarisieren uns mit den Antifaschist:innen und schließen uns den Forderungen der Betreiber:innenvereine des Museums sowie der Organisator:innen des Bildungscamps nach einer eingehenden juristischen und politischen Aufarbeitung des gestrigen Polizeieinsatzes an.
Antifaschistische Gedenk- und Bildungsarbeit darf nicht kriminalisiert werden! ✊
📸 Ursprungsbild: Hawaratschi, CC BY 3.0 via Wikimedia Commons